OKR – Objectives and Key Results

OKR

Objectives and Key Results ist eine Methode, um seine eigenen Ziele zu bestimmen, und mit den Zielen auch ein inspiririendes Zielbild hochzuhalten, das dafür Sorge trägt, dass die Motivation am Weg ins Ziel nicht abhanden kommt.

Das liest sich mal recht schön, oder? Diese Universallösung haben schon viele versprochen, nicht wahr? Nun, bei OKR handelt es sich um die Lösung, die u.a. Google für seine Mitarbeiter einsetzt, und damit sehr erfolgreich Ergebnisse und Motivation produziert. Ein bisschen mit NLP angereichert ist das dann doch eine vielversprechende Sache, oder?

Und, Hand aufs Herz, wer tut sich leicht damit, einfach sagen zu können, was denn die persönlichen Ziele eines Vorhabens sind? Unabhängig ob es ein kleines oder großes Vorhaben ist, wir alle sind doch sehr oft ohne klares Ziel unterwegs. Nicht wahr? 🙂

Objectives

Die Objectives sind die High-Level Ziele des Vorhabens. Sie sind nicht messbar, und sie sollen sogar visionär und bei weitem nicht leicht und selbstverständlich zu erreichen sein.

Ein Beispiel: Person X arbeitet daran ein Wochenendseminar zusammenzustellen. Objectives für dieses Seminar wären Dinge wie:

  • Ich möchte als Experte in diesem Gebiet anerkannt sein.
  • Meine Teilnehmer sind so begeistert vom Seminar, dass sich durch Mundpropaganda die Folgetermine quasi von selbst füllen.
  • Ich möchte von anderen Veranstaltern um gutes Geld als Redner zum Themenbereich gebucht werden.

Diese Objectives sind nicht direkt messbar, erfüllen also keinswegs die S.M.A.R.T.-Kriterien. Dafür sind sie, hier in den Worten der Person X formuliert, genau das, was Person X motiviert, Zeit und Ressourcen in die Vorbereitung des Seminars zu investieren, und eine wirkliche Betleisrtung abzurufen.

Ein SMARTes Ziel wie „Im ersten Seminar vom xx.xx. bis yy.xx. habe ich acht voll zahlende Teilnehmer.“ ist zwar einfach zu verifizieren. Nur wird das Erreichen dieses Ziels kaum jemanden dazu veranlassen, in der Vorbereitungsphase seine Höchstleistung abzurufen.

Motivation kommt, wenn die eigenen Werte erfüllt sind oder erfüllt sein wollen. (Siehe dazu auch den Artikel „Was uns antreibt„).

Wie komme ich also zu guten, weil dauerhaft motivierenden, Objectives?

Nun, die einfache Variante ist, einfach aufzuschreiben was einem in den Sinn kommt, und zu sehen wie weit es einen bringt. In der Regel sind diese derart gefundenen Ergebnisse sehr gut, und wenn es an der Motivation mangelt, so fällt dies von der ersten Minute an auf und erlaubt das Nachbessern der eigenen OKRs.

Der ganz saubere Weg seine Obectives zu finden ist, zuerst seine Werte zum Vorhaben zu elizitieren. Wie? Einfach sich selbst fragen: „Was ist mir wichtig zu meinem Vorhaben X?“

Was immer als Antwort zu dieser Frage in den Sinn kommt: aufschreiben. Manche Begriffe mögen doppelt kommen, oder singemäß doppelt kommen. Manche der Werte mögen erst nach ein oder zwei Nächten drüber schlafen ins Bewusstsein kommen.

All das ist in Ordnung. Was kommt, ist da. Und alle diese Werte dürfen in eine Reihenfolge gebracht werden. Was ist wichter? Was ist am wichtigsten?

Diese Liste an Werten „lebt“, sie ist nicht fixiert. Am Weg zum Ziel mögen neue Werte bewusst werden oder tatsächlich ganz neu hinzzukommen. Alte Werte mögen wichiger werden, oder an Wichtigkeit verlieren. Einmal die Werteliste lesen kann sie schon verändern.

Wer sich also die Mühe macht, seine Werte zum Vorhaben zu elizitieren, tut gut daran, diese Werte regelmässig zu prüfen: „Was ist mir wichtig zu meinem Vorhaben X?“

Natürlich gibt es zur Arbeit mit bzw. an Werten eine ganze Menge mehr sehr wichttige Sachen zu sagen und zu lernen. Deswegen ist die Wertearbeit auch ein wichtiger Teil in einer Ausbildung zum NLP Master Practitioner.

Wenn die Begriffe aus der Werteliste in den Objectives vorkommen, die Objectives mit den eigenen Werten in Übereinstimmung sind, sich also das eine im anderen wiederfindet, dann sind die Objectives mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gut gesetzt. Und die Motivation für die Umsetzung des Vorhabens, und das Aufrechterhalens des Endzustandes wird gesichert sein.

Key Results

Die Key Results – bzw. auf Deutsch: Schlüsselergebnisse – sind genau das, was der Name ausdrückt: Was sind die wesentlichen Ergebisse, die mein Vorhaben produzieren soll?

Hier sind jetzt die S.M.A.R.T.en Defnitionen gefragt. Zur Erinnerung, S.M.A.R.T. ist ein Ziel, wenn es folgende Kriterien erfüllt:

  • S: Specific. Spezifisch. Das Ziel ist spezifisch, da ist nichts unklar. Einerseits spezifisch aus wissenschaftlicher Sicht. Andererseits, spezifisch aus NLP-Sicht und Sicht der Motivation zur Erreichung des Zieles, darf das Ziel auch Sinnesspezifisch formuliert sein: Was werde ich sehen, was werde ich hören, was werde ich fühlen, wenn das Ziel erreicht ist. Das Unbewusste ist ja sehr ähnlich einem fünfjährigen Kind. Eine abstrakte Spezifikation ist nur für wenige Kinder motivierend. Wenn ein Kind eine Vorstellung davon hat, was es sieht, was es hört, wie es sich fühlt, wenn etwas erreicht ist, dann ist das Kind auch zu motivieren.
  • M: Measurable. Messbar. Das Ziel ist messbar, und egal wer die Messung vornimmt: Die spezifischen Abnahmekriterien lassen keinen Raum für Interpretation. Es ist unabhängig durch Messungen verschiedener Kriterien überprüfbar, ob das Ziel erreicht ist.
  • A: Accepted. Akzeptiert. Das Ziel ist von allen involvierten und betroffenen Personen akzeptiert. Das hat viel mit der Ökonomie der Umgebung zu tun. Können alle mit dem Ergebnis umgehen, ist niemand derart beeinträchtigt, dass seine Grenzen massiv verletzt sind?
    „Ich verkaufe bis Ende des Monats meine Kinder auf Ebay, und erziele einen Kilopreis von zumindest 8,00€.“ Dieses Ziel ist spezifisch (Verkauf der Kinder), messbar (Verkaufspreis), realistisch (so was ist in einer neurotischen und psychotischen Welt, wie wir sie gerade erleben, immer verkaufbar) und terminiert (bis Ende des Monats). Das Vorhaben wird allerdings in der Umgebung auf sehr wenig Akzeptanz stossen, und die Folgen des Vorhabens werden auch für einen selbst nicht akzeptabel sein. Wichtiger Hinweis: Es ist kein smartes Ziel, die Kinder auf Ebay zu versteigern.
  • R: Realistic. Realistisch. Das Erreichen des Ziels, sowie das Aufrechterhalten des Zielstatus ist realitisch. Bis Ende des Jahrzehnts ein dauerhaft betriebenes Low-Budget-Hotel auf dem Mond zu errichten mag SMAT sein, das R für Realistisch ist nicht mal mit einem Budget wie dem der NASA zu erreichen.
  • T: Time-Bound. Terminiert. Das Ziel hat ein fixes, absolutes Ende-Datum.
    „Meine Diät beginnt nächste Woche, und ich nehme in sechs Wochen fünf Kilo ab, werde mich dabei gut fühlen, und das Gewicht weitere sechs Monate einfach und leicht halten.“ „Nächste Woche“ als Start ist keine absolute Angabe, auch wenn „in sechs Wochen“ und „weitere sechs Monate“ nach erfolgtem Start absolute Datumswerte ergeben. Das Start des Vorhabens ist variabel, und damit ist das Ziel selbst nicht absolut terminiert.

Gerade Themen die in den Bereich der Gesundheit spielen, haben sehr oft eine variable Anfangssituation. Entweder ist erst gar kein fixes Anfangsdatum gegeben, oer es ist im Grunde von vornherein klar, dass die Liste der möglichen Hinderungsgründe so lang ist, dass mindestens drei oder vier Gründe gegen das Anfangsdatum sprechen. Ist das alles zusammen (zusammen, nicht einzeln!) wirklich wichtiger als die eigene Gesundheit?

Damit sind wir beim Bereich des Risikomanagements, das auch mit jedem OKR gemacht werden kann, und vielleicht sogar soll. Das allerdings ist Thema dieses Beitrags: SWOT-Analyse und Risikomanagement