Dissoziation aus NLP-Sicht

Dissoziation

Der Begriff Dissoziation beschreibt in der Psychologie die Trennung von Wahrnehmungs- und Gedächtnisinhalten, welche normalerweise assoziiert sind. Hierdurch kann die integrative Funktion des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Wahrnehmung und der Identität beeinträchtigt werden.
— aus Dissoziation (Psychologie) auf Wikipedia

Dissoziation ist also Nicht-Assoziation. Was also ist Assoziation?

Assoziation in der Psychologie und der Psychoanalyse ist die Annahme, dass beim Lernen einfache, nicht reduzierbare Elemente (in der Regel Sinneseindrücke) unter bestimmten Bedingungen miteinander verknüpft werden können.
Der Begriff der Assoziation dient dabei zur Erklärung des Phänomens, dass zwei (oder mehr) ursprünglich isolierte psychische Inhalte (wie z. B. Wahrnehmungen, Gefühle oder Ideen), auch als Assoziationsglieder bezeichnet, eine so enge Verbindung eingehen, dass das Aufrufen eines Assoziationsgliedes das Auftreten eines oder mehrerer weiterer Assoziationsglieder nach sich zieht oder zumindest begünstigt. So werden zum Beispiel der Anblick einer Rose und der Duft einer Rose im Gedächtnis miteinander verbunden, da sie beim Lernen meist gemeinsam auftreten, während Zitronen-Duft vielleicht eher das Bild einer Spülmittel-Flasche aktiviert.
— aus Assoziation (Psychologie) auf Wikipedia

Assoziation heißt also, in den Gedankenstrukturen hat das eine mit dem anderen zu tun. Dissoziation bedeutet also, in den Gedankenstrukturen hat das eine nichts mit dem anderen zu tun.

Und das heißt?

  1. Wenn das „Eine“ jetzt zum Beispiel „ich“ bin, während das „Andere“ „mein Leben“ ist, dann ist es assoziiert, dass ich mein Leben lebe.
  2. Wenn hingegen das „Eine“ jetzt zum Beispiel „man/frau“ ist, während das „Andere“ „das Leben“ ist, dann wäre es dissoziiert, wenn man/frau das Leben eigentlich eh lebt.

Alles klar? Das erste Mal geht es um mich und mein Leben. Voll assoziiert. Das zweite Mal geht es um man/frau, und das Leben. Dissoziiert, hat nichts mit mir zu tun. Außer dem wäre es eigentlich eh irgendwas.

Man hat es nicht leicht im Leben, und man muss schon drauf schauen, dass man auch mal Spaß haben darf.

Wer hat so was in der Art schon mal auf eine Frage a la „Wie geht es dir?“ gehört? Aus NLP-Sicht sind das dissoziierte Antworten. Die antwortende Person hat den Bezug des eigenen Lebens zum eigenen Ich zumindest in dieser einen Antwort verloren gehabt.

Ich hab zwar grad viel um die Ohren, aber schau erfolgreich, dass ich auch reichlich zu meinem Spaß komme.

Das wäre hier die sinngemäß gleiche Antwort wie oben, allerdings diesmal voll assoziiert. Es geht um mich und mein Leben. Ich habe den Bezug zu mir, zumindest in dieser einen Antwort gehabt.

Ist Dissoziation nur schlecht?

Nein, ganz und gar nicht. Dissoziation ist auch ein sehr machtvolles Werkzeug. Es unterbindet den direkten persönlichen Bezug zu den Ereignissen. Und das ist sehr wünschenswert, wenn es um negative Emotionen geht, die sonst zu stark wären. (Siehe auch „Trauma versus Signifikantes Emotionales Ereignis S.E.E.“)

Dissoziation hilft also, mit negativen Dingen umzugehen. Assoziation erlaubt es, die positiven Seiten des Lebens voll auszukosten.

Nur blöd, wenn es wer anders herum macht: Assoziieren wenn die Kacke am dampfen ist, und aussteigen, wenn alles nett und fein ist.

Tun das denn viele? Tja, höre einfach hin wenn die Leute reden, höre hin wie sie es erzählen, wie sie sich dabei verhalten. Und du wirst erschreckt sein, wie viele Menschen genau das tun: in den falschen Momenten assoziieren bzw. dissoziieren.

Was kann „ich“ dagegen tun, wenn ich merke, dass jemand gerade völlig unpassend assoziiert oder dissoziiert? Stelle konkrete Fragen zum „ich“ und „jetzt“, das bringt Menschen einigermaßen in ihren Körper. Und stelle Fragen zu „man“ und „der Vergangenheit“, selbst wenn die Kacke im Jetzt noch dampft. Das bringt Menschen aus ihrem Körper heraus.

Aussteigen, in den Körper, aus dem Körper

Wozu habe ich da im Text oben diese Begriffe kursiv dargestellt? Ganz einfach: Der menschliche Geist ist im Normalfall gut darin zu assoziieren und zu dissoziieren. Und diese Begriffe beschreiben, wie der menschliche Geist das macht.

Forsche einfach mal in deinen Erinnerungen. Suche ein wirklich gutes Ereignis heraus, und – falls die Erinnerung daran Bilder in deinem Kopf hervorruft – prüfe, ob du in diesen Bilder zu sehen bist, oder du durch deine eigenen Augen schaust.

Durch die eigenen Augen sehend: assoziiert. Den eigenen Körper sehend: dissoziiert.

Und falls du eine positive Erinnerung findest, in der du dich selbst siehst, nicht durch deine eigenen Augen: Schweb hinein in deinen Körper, schau durch deine eigenen Augen. Und bemerke, wie intensiv die Gefühle zur Erinnerung werden, und wie sich damit GeEfühle, Emotionen, Geräusche und das Bild/der Film zur Erinnerung verändert und intensiviert.

Dann speichere diese schöne Erinnerung in der neuen Form ab. Beschließe, dass dir die neue Form gefällt, und mit dem Geräusch, das Tupperware macht, wenn der Deckel beim Schließen einploppt, beschließe und versiegle die neue Form der Erinnerung dauerhaft in deinem Gedächtnis.

Geht das auch anders herum mit negativen Erinnerungen? Probier es aus. *Plopp*

Psychologische Dissoziation

Die Psychologie hat eine etwas andere Sicht der Bedeutung des Begriffes Dissoziation. Es geht ums Gleiche, aber auf doch sehr andere Art. Darauf gehe ich in anderen Artikel näher ein.
Äpfel und Birnen ist beides Obst, jedes ist für sich sehr sehr gut, und ich möchte auf keines von beiden verzichten. So ist es auch mit den Sichten auf die Dissoziation, NLP und Psychologie. Gleich, und anders, und beides ist wirklich gut.