Trauma versus Signifikantes Emotionales Ereignis S.E.E.

Trauma

Ein Trauma (altgriechisch τραύμα „Wunde“) bezeichnet eine Schädigung, Verletzung oder Verwundung, die durch Einwirkung von außen entsteht. Ein solches Trauma kann sich physisch, psychisch und/oder seelisch auswirken.

Ein Trauma ist dadurch charakterisiert, dass damit verbundene Aspekte (das sind, direkt oder indirekt: Emotionen) zu stark sind, um sie in das funktionierende Ganze – ob nun auf körperlicher, emotionaler, geistiger oder seelischer Ebene – zu integrieren. Es kommt also zu einer Nicht-Integration, die die Verletzung hervorruft.

Nach IDC-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, das wichtigste, weltweit anerkannte Diagnose­klassifikationssystem der Medizin) ist ein Trauma ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.

Signifikantes Emotionales Ereignis

Ein Trauma, im klassischen psychopathologischen Sinne, ist ein Fall für entsprechend geschultes und ausgebildetes Fachpersonal, wie Ärzte, Psychotherapeuten, etc. Was der Volksmund oft als „Trauma“ bezeichnet erfüllt jedoch zumeist nicht die Kriterien für ein psychopathologisch diagnostizierbares Trauma. Hier kommt der Begriff „Signifikantes Emotionales Ereignis“ zum Tragen.

Ein S.E.E. ist also – im Volksmund – ein nicht diagnostizierbares Trauma. Es erfüllt die gleichen Kriterien wie ein Trauma, manchmal bis hin zur Überforderung und eventuell sogar der Nicht-Integration mancher Aspekte des Ereignisses. Jedoch ist es kein Trauma, hat nicht dessen Tragweite.

Trauma versus S.E.E.

Ja aber beides hat mit massiver Überforderung zu tun, damit wäre ein Trauma doch nur eine spezielle Ausprägung des allgemeiner gefassten Begriffes der signifikanten emotionalen Ereignisse.

Im Grunde stimmt das. Die ausschließende Unterscheidung zwischen Trauma und S.E.E. hat – zumindest in Österreich – den Sinn, dass die Arbeit mit echten, schwerwiegenden Traumata den Spezialisten vorbehalten ist. Psychotherapeuten und andere medizinisch fundiert Ausgebildete sind es, die diese Fälle angehen dürfen.

Andere dürfen in Österreich nur an gesunden Personen arbeiten, also keine Therapiearbeit verrichten. Ist die Definition von S.E.E. nun diese „nicht diagnostizierbare“ Sicht der Dinge, so liegt kein Befund vor, die Person ist gesund. Es dürfen also auch zum Beispiel NLP’ler hier mit ihren Methoden und Werkzeugen die Gesundheitspflege betreiben.

Im Zweifelsfall: Frag deinen Arzt oder Psychotherapeuten. Wie der Hausarzt jetzt die feine Unterscheidung treffen kann ob es sich um ein Trauma handelt, oder nicht: das weiß ich nicht. Aber rechtlich darf er es in Österreich.

Systemkritik Ende. Live long and prosper.