Richtig Feedback geben: Das Feedback-Sandwich

Feedback

Es gibt keine Fehler, es gibt nur Feedback, dass das bis jetzt noch nicht funktioniert hat.

Leicht gesagt. Doch die Motivation zu behalten ist nicht immer ganz leicht. Um so wichtiger ist es, ein Feedback zu geben, dass es konstruktiv beim Gegenüber ankommt. Dafür gibt es ein paar ganz einfache Regeln, die es leicht machen, das Feedback gekonnt auszuliefern.

Feedback (engl. für ‚Rückmeldung, Rückinformation‘) bezeichnet in der Kommunikation von Menschen die Rückübermittelung von Informationen durch den Empfänger einer Nachricht an den Sender jener Nachricht. Diese Informationen melden dem Sender, was der Empfänger wahrgenommen bzw. verstanden hat, und ermöglichen dem Sender durch etwaige Korrektur des Verhaltens auf die Rückmeldungen des Empfängers zu reagieren.
— aus Feedback (Kommunikation) auf Wikipedia

Grundlagen der Kommunikation

  • Zunächst einmal passiert Lernen im jeweiligen mentalen Kontext. Will ich also Feedback an einen Vortragenden geben, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich ihn mit meinem Feedback sechs Stunden später in der Bar erreiche, eher gering. Sein mentaler Kontext wird wohl ein fundamental anderer sein. Gebe ich ihm das Feedback allerdings drei Minuten nach Ende des Vortrages habe ich gute Chancen seinen Vortragszustand direkt zu erwischen.
  • Denke nicht an einen rosaroten Elefanten.
    Der Klassiker, nicht wahr? Das Gehirn muss erst an einen rosaroten Elefanten denken, um dann an keinen rosaroten Elefanten denken zu können.
    Wenn ich Feedback ausliefere, dann habe ich aus Respekt für den Befeedbackten die Verpflichtung auf meine Sprache zu achten: „Du hast keine Fehler gemacht. Nicht schlecht!“ ist in der inneren Verarbeitung im Gehirn völlig konträr zur Formulierung „Du hast alles richtig gemacht. Echt gut!“
  • Ich gebe dir Feedback, es sind meine Wahrnehmungen und Empfindungen, die ich mit dem Feedback ausdrücke. Ich bin mir bewusst, dass ich nicht die oberste moralische und ethische Instanz im Universum bin.
    Das ist ein guter Grundsatz, den sich jeder Feedbackgeber kurz in Erinnerung rufen darf, bevor Feedback ausgegeben wird. Alle Bewertungen und Beurteilungen im Feedback sind bitte als „Ich“-Nachrichten auszuteilen: „Ich habe empfunden, dass du XYZ gewirkt hast.“ vs. „Du bist total XYZ.“
  • Müssen und Sollen tun wir ohnehin schon zu viel. Feedback ist optional, die im Feedback ausgeteilten Verbesserungsvorschläge sind ebenfalls optional. Es ist also ein schöner Zug iim Feedback von Können und Wollen zu reden.

Das sind ein paar essentielle Regeln, die im Feedbackgeben – wie in jeglicher Kommunikation – wichtig sind. Es gibt noch eine Struktur in der ich Feedback ausliefern kann, um meine positive und konstruktive Absicht klar auszudrücken, und Missverständnisse bezüglich meiner Absichten bestmöglich umgehen zu können.

Das Feedback-Sandwich

Das Feedback-Sandwich verpackt das Feedback wie ein Sandwich zwischen zwei Scheiben Trägermaterial. Beim Sandwich ist das eine Art von Brot, im Feedbacksandwich ist es Lob und Anerkennung. Zuvor jedoch gilt es einen Rahmen zu setzen, als das Feedback anzukündigen:

„Darf ich dir kurz Feedback geben, sagen was mir aufgefallen ist?“

Das ist nicht nur höflich und es gibt dem Befeedbackten auch die Möglichkeit das Feedback abzulehnen. Es schafft im gegenüber vor allem die Aufmerksamkeit, dass ich etwas auf der Meta-Ebene zu sagen habe. Ein Ablehnung meines Feedbacks ist im übrigen etwas ich im Sinne des gegenseitigen Respekts bitte wertfrei anzunehmen habe.

De Feedback-Sandwich-Struktur:

  1. Als erstes sage ich, was mit gut gefallen hat. Zum Beispiel: „Ich mag wirklich wie du deine Stimme einsetzt und wie du im Vortrag präsent bist.“
  2. Jetzt kommt der Verbesserungsvorschlag. Ich tue gut daran, nur die wichtigsten ein oder zwei Vorschläge abzugeben, egal wie lang meine Liste sein mag. „Mir ist aufgefallen, dass du immer wieder deine Haare gestreichelt hast. Das hat in mir den Eindruck von leichter Nervosität hervorgerufen.“
    Und da es ein Verbesserungsvorschlag ist, gehört unbedingt dazu, was mir besser gefallen würde: „Mir würde es gefallen, wenn du die ganze Zeit so souverän wirken würdest, und du deine Haare in Ruhe lässt.“
  3. Und ich beschließe das Feedback, indem ich etwas schon Positives aufgreife, und für die Zukunft mit dem Verbesserungsvorschlag verknüpfe: „Der so großartige Inhalt mit deiner so guten Art ihn zu präsentieren wird dadurch sicher noch deutlich besser in Erinnerung bleiben, und deine Teilnehmer werden dich in bester Erinnerung behalten.“

Und zum Abschluss ist es eine Angelegenheit der Höflichkeit sich zu bedanken. Und wenn es nur ein „Danke fürs Zuhören.“ ist.

In diesem Sinne: Danke für deine Aufmerksamkeit 🙂