Verschiedene Aspekte jeder Art von Sadhana

Sadhana (Sanskrit, sādhana, von der Wurzel ’sadh‘: ‚geradewegs auf ein Ziel zugehen, erfolgreich sein‘) bezeichnet eine spirituelle Disziplin, die unternommen wird, um ein bestimmtes geistiges Ziel zu erreichen.
Wikipedia: Sadhana

Sadhana is the discipline of routine spiritual practice and the routine surrendering of the ego through activities such as meditation, yoga, chanting or prayer.
Yogapedia: Sadhana

In meinen Worten: Wer immer sich regelmässig Zeit für körperliche und/oder mentale Übungen – auch alle Formen der Psychohygiene – mit dem Zweck der eigenen Entwicklung und der köperlichen wie geistigen Gesundhaltung nimmt, der macht das was in Sanskrit Sadhana genannt wird.

Jetzt besagen die Definitionen von Wikipedia und von Yogapedia jedoch, dass es sich um spirituelle Praktiken handelt, während ich es ganz bewusst auf zusätzlich körperliche und/oder mentale Übungen erweitere und verallgemeinere. Warum tue ich das?

Function, Flow & Glow

Ich bin durch Lektüre von David Deida mit der Idee von „Function, Flow & Glow“ in Kontakt gekommen, und habe sie wie hier dargestellt in mein gedankliches Universum integriert.

Dvid Deida assoziert mit Function weiters „Therapy“, mit Flow „Yoga“ und mit Glow „spirituelle Praxis“. Dabei ist „Therapy“ im amerikanischen Sinne zu sehen, also mehr „Therapie“ im Wohlfühlsinne denn medizinischer oder therapeutischer Therapie im österreichischen Sinne.

Zunächst einmal eine Definition, was „Function, Flow & Glow“ bedeutet:

Function
Mit „Function“ sind alle jene Aspekte gemeint, die sich mit Verbesserungen der Funktion beschäftigen: Ich will beweglicher werden? Ich will besser schlafen? Ich will mehr Freude beim Sex spüren?
All das sind Ziele, bei denen es um bessere Funktion des jeweiligen Lebensbereiches geht. All das ist „Function“, und all das fällt in den Bereich der „Therapy“: Ich will, dass es mir gut geht.
Flow
Beim „Flow“ geht es darum, dass ich den Fluss der Energie in mir öffne, und ich lerne bewusst mit dieser fließenden Energie umgehen kann. Alles Yoga, alles Tantra, aber auch jegliche Form vom Erweitern und Überschreiten meiner Grenzen und dem Verlassen meiner Komfortzone gehört zum Flow. Das ist oft alles andere als bequem, immer eine Herausforderung, und kann insbesondere im Bereich der Sexualität eine grenzwertige Erfahrung sein.
Glow
„Glow“ ist der Zustand wenn jemand wirklich verstanden hat, dass er das Licht ist. Dass, wie es die Hindus ausdrücken, die individuelle Seele eins ist mit der universellen Seele des Universums.
Und damit ist nicht gemeint, dass der Kopf im intellektuellen Denken dieses Prinzip gelernt hat. Es ght darum es wirklich erkannt zu haben. Menschen die diese Erleuchtung („Ich bin das Licht“) erfahren haben, haben oft eine fast magische Ausstrahlung, die andere sehr wohl bemerken werden..
Muss man dafür seine „Function“ perfektioniert haben? Muss man dafür den perfekten „Flow“ haben? Nein. Nicht im geringsten. Diese Erkenntnis des Glows ist unabhängig der ersten beide Aspekte. Wenn man einen Zusammenhang haben möchte, dann ist es der, dass Function und Flow zu einem bewussteren Lebensstil führen, und dies wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, diese Erkenntis zu erlangen. Aber das ist Wahrscheinlichkeitsrechnung für alle die unbedingt einen Zusammenhang haben wollen.

Ein Beispiel

Wenn ich bei einer Glühbirne versuche das zerbrochene Glas wieder zusammenzusetzen, dann arbeite ich an der „Function“. Wenn ich bei einer Glühbirne das Glas poliere, um sie durchlässiger für Licht in allen Richtungen und allen Wellenlängen zu machen, dann arbeite ich am „Flow“. Und wenn ich mich bei der Glühbirne darauf konzentriere, dass sie ohnehin Licht abgibt, dann arbeite ich am „Glow“.

Muss das Glas erst zusammengesetzt sein bevor ich es polieren kann? Nein. So ist es auch nicht erforderlich „Therapy“ zu machen, bevor ich „Yoga“ machen kann. Werde ich, wenn ich nur Yoga mache, an die Grenzen meiner Function stossen? Ja, ist natürlich zu erwarten. Ist es für Yoga ein MUSS, dass ich mich um die Function kümmere? Nein, muss ich nicht. Ich kann auch einfach nur die Scherben polieren, und dabei wunderbare Ergebnisse erzielen.

Wenn ich nur das zerbochene Glas zusammensetzen möchte, ohne es zu polieren, dann kann ich natürlich auch das tun. Die Glübirne wird voll funktionstüchtig werden, auch wenn das Glas vielleicht ein paar trübe oder dunkle Stellen haben mag.

Und leuchten wird die Glühbirne sowieso, wenn wir davon ausgehen, dass jeder Mensch eine Seele hat. Der „Glow“ ist da. Die Frage ist nur ob die Glühbirne sich dessen bewusst ist und sie ihr Leuchten erkannt hat, oder ob sie es nur im Kkopf weiss, dass da ein Leuchten sein müsste.